Goldbeck Sachsen: Regionale Nachfrage verschiebt sich, öffentliche Projekte gewinnen an Bedeutung
Treuen, 15. September 2026. Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck hat im Geschäftsjahr 2025/26 eine Gesamtleistung von 6,3 Milliarden Euro erzielt (Vorjahr 6,3 Milliarden Euro). Der Auftragseingang betrug 7,3 Milliarden Euro (Vorjahr 7 Milliarden Euro). Auch die Goldbeck Ost GmbH mit Sitz in Treuen blickt auf ein Geschäftsjahr mit gesteigertem Auftragseingang.
Marktverschiebungen in der Region
Die Baukonjunktur im Vogtland zeigt aus Sicht des Unternehmens ein differenziertes Bild: In Teilen des Marktes bleibt die Nachfrage verhalten. Vor allem beim Mittelstand beobachtet Goldbeck derzeit weniger Investitionsimpulse. Zugleich werden Zukunftsinvestitionen umgesetzt: Goldbeck realisiert beispielsweise aktuell den Neubau einer dreigeschossigen Produktionshalle mit diversen An- und Umbauten für EAO Automotive in Auerbach. Entstehen werden moderne Produktions-, Logistik- und Sozialbereiche, die perspektivisch bis zu 150 neue Arbeitsplätze im Vogtland schaffen sollen. Der Neubau soll bis März 2027 fertiggestellt sein.
„Wir sehen in unserer Region eine Verschiebung der Nachfrage. Während beispielsweise klassische Logistik- und Gewerbeimmobilien aktuell zurückhaltender nachgefragt werden, gewinnen Projekte aus der Halbleiterindustrie, Anfragen aus der Gesundheits- und Sicherheitsinfrastruktur sowie Bildungs- und Infrastrukturbauten an Bedeutung. Für uns heißt das: Wir bringen unsere Stärken dort ein, wo zukunftsfähige Gebäude und verlässliche Partnerschaften gefragt sind – insbesondere gemeinsam mit der öffentlichen Hand“, sagt Holger Neumann, Geschäftsführer der Goldbeck Ost GmbH.
Öffentliche Bauvorhaben schnell in die Umsetzung bringen
Ein prägendes aktuelles Projekt ist der Neubau der Ballsporthalle in Zwickau. Auf die Vertragsunterzeichnung mit der Stadt Zwickau im April 2026 folgte bereits im August 2026 der Baustart. Die neue Halle wird als Dreifeldhalle mit Zuschauerbereichen realisiert. Das Projekt schafft eine neue Heimspielstätte für den Bundesligaspielbetrieb der Damenmannschaft des BSV Sachsen Zwickau e. V. und erweitert zugleich die Kapazitäten für den Schul- und Breitensport. Das Projekt steht beispielhaft für den Ausbau der Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern. „Die Ballsporthalle Zwickau ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie leistungsfähig unser Design-and-Build-Verfahren ist. Wenn wir Planung, Funktionalität und Realisierung von Anfang an integriert zusammenführen, schaffen wir kurze Wege sowie hohe Termin- und Kostensicherheit. So bringen wir komplexe öffentliche Bauvorhaben deutlich schneller in die Umsetzung. Genau diese partnerschaftliche Projektabwicklung aus einer Hand ist für viele Kommunen ein entscheidender Vorteil“, sagt Jörg Bechmann, Niederlassungsleiter Sachsen der Goldbeck Ost GmbH.
Weitere regionale Projekte unterstreichen diese Kompetenz. Mit dem Freien Gymnasium der Rahn Education in Weinböhla realisierte Goldbeck einen außergewöhnlichen Bildungscampus mit Schule und Sporthalle. Während die Schule für einen freien Schulträger entstand, wurde die Sporthalle im Auftrag der Kommune umgesetzt. Das Projekt vereint zahlreiche Besonderheiten: die deutschlandweit erste Sporthalle mit einem vollständig im Sportboden versenkbaren und elektrisch ausfahrbaren Trampolin, eine Sternwarte auf dem Schuldach mit nahezu schwingungsfreiem Fundament für astronomische Beobachtungen sowie die bis heute tiefste oberflächennahe Geothermiebohrung Sachsens mit rund 350 Metern Tiefe. Ein eigener Schulweinberg mit Weinzubereitungsraum, eine Frischküche und energieeffiziente Nachtlüftungsflügel runden das Campuskonzept ab.
Standortentwicklung und regionale Nähe
Goldbeck investiert auch in den eigenen Standort Treuen: Derzeit entsteht ein Parkhaus für Mitarbeitende, zudem hat das Unternehmen weitere Bauvorhaben am Werksstandort sowie eine Büroerweiterung umgesetzt. Mit Blick nach vorn setzt Goldbeck auf regionale Nähe und die Erschließung neuer Märkte. Kürzlich eröffnete ein Goldbeck-Büro in Cottbus, um Kunden und Projekte in der Lausitz noch enger zu begleiten. Die Region entwickelt sich durch den Strukturwandel sowie zahlreiche Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Industrie sehr dynamisch.
