GOLDBECK

Wer hat's erfunden?

Die Welt um uns herum ist voller genialer Konstruktionen...

... die nicht von Menschenhand gemacht sind. Sie zeigen uns die Gesetze der Statik und den rationellen Einsatz von Rohstoffen. Wer genau hinschaut, entdeckt Parallelen zu GOLDBECK-Systemelementen.

Bei einer idealen Konstruktion ist jeder Bestandteil perfekt auf seine Funktion abgestimmt. Wäre ein Element überbelastet, so würde es versagen. Wäre es unterbelastet, dann wäre der Materialeinsatz nicht wirtschaftlich. Dieser Grundsatz lässt sich in der Natur überall beobachten. Dass jede Konstruktion genau ihren Anforderungen folgt, zeigt jeder Baum und jeder Knochen. Und so sollte es auch beim Bau eines Gebäudes sein. Beispiel GOLDBECK-Fundament: Es trägt die aufliegenden Stützen und damit Dach, Wandkonstruktion und Windlast. Wie die Wurzeln eines Baums liegt es deshalb breit und voluminös in der Erde. Während beim Baum der untere Stammbereich breitist und sich nach oben immer weiter verjüngt, ist das bei einigen GOLDBECK-Stützen nicht der Fall. Sie stehen schlank und rank und scheinbar höchst gleichmäßig geformt in einer Reihe. Doch der Augenschein täuscht: Wie bei jedem Baumwirken auch bei der Stütze unten die stärksten Lasten. Das Geheimnis steckt im Inneren: Dort ist im unteren Bereich mehr Bewehrungsstahl im Beton verarbeitet als im oberen. Der dickere "Stamm" wirkt hier sozusagen im Verborgenen. Das Prinzip ist aber in beiden Fällen gleich.

"Stahlbeton" von Mutter Natur"

Und noch mehr wirkt unsichtbar. Ein Baum ist dem Wind ausgesetzt, der ihn - je nach Windrichtung - zur Seite schiebt. Auf der dem Wind zugewandten Stammseite wirkt dann ein starker Zug. Der Stamm muss aber auch Druck aushalten, zum Beispiel wenn im Winter eine dicke Schneedecke auf dem Baum lastet. Auf diese beiden völlig unterschiedlichen Anforderungen antwortet der Baum mit einer genialen Konstruktion. Er bildet Stamm und Äste zu einem großen Teil aus Lignin, einem steifen, aber äußerst druckfesten Material. Darin eingelagert sind biegsame Zellulosefasern. Das Lignin schafft Druckfestigkeit, die Zellulose Zugfestigkeit - und fertig ist der Stahlbeton aus der Trickkiste von Mutter Natur. Denn nicht anders funktioniert das von Menschenhand geschaffene Pendant: Beton nimmt die Druckkräfte auf, der innen liegende Bewehrungsstahl hält Zug stand. Wie ein Augenzwinkern der Geschichte wirkt es, dass ausgerechnet ein Gärtner, der Franzose Joseph Monier, 1867 auf die geniale Idee der Kombination von Stahl und Beton kam. Er wares leid, dass seine großen Pflanzkübel immer wieder zerbrachen, legte Eisendrähte - sogenannte "Moniereisen" - in den Beton ein und ließ sich seine Erfindung patentieren. Seitdem ermöglicht Stahlbeton Konstruktionen, die zuvor statisch unmöglich schienen. Moniers Landsmann Eugène Freyssinet entwickelte das Prinzip weiter und verwendete in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals Spannbeton. Dabei werden hochfeste Drähte vorgespannt und in Beton eingegossen- wie zum Beispiel bei den im GOLDBECK Werk in Vrdy hergestellten Spannbetonhohldielen. Indem sie sich später zusammenziehen, verleihen sie dem Beton mehr Stabilität. Keine Überraschung: Auch hier gibt es ein natürliches Vorbild. Im Querschnitt eines Baumstammes erkennt man nicht nur die kreisförmigen Jahresringe, sondern auch sternförmig zum Stamminneren verlaufende Holzstrahlen. Sie wirken wie starke Seile, die die Holzfasern zur Mitte ziehen. So sorgen auch sie für Stabilität - genau wie die vorgespannten Drähte im Spannbeton.

Genial einfach und einfach genial.